Wohnungsbau: Alpen will Anteile an "Grafschaft Moers" erwerben

11.06.2024

Beim Kampf gegen die Wohnungsnot muss man sich nicht auf die Investitionsplanung großer Immobilienkonzerne verlassen oder auf Ankündigungen der Ampel-Regierung in Berlin vertrauen, die zuletzt wie Seifenblasen zerplatzten. Bewährte Konzepte finden sich vielmehr oft in direkter Nachbarschaft – beispielsweise im Kreis Wesel. Dort ist die „Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH“ mit rund 2200 Wohnungen einer der bedeutenden und geschätzten Anbieter am linken Niederrhein. Kerngeschäft der im März 1954 gegründeten Gesellschaft ist die Errichtung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Wohngebäuden mit dem Ziel, „vorranging eine sozial verantwortbare Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung sicherzustellen“. Getragen wird das Unternehmen derzeit von fünf Eigentümern: Der Kreis Wesel ist Mehrheitsgesellschafter (89,04 Prozent), die Gemeinde Schermbeck sowie die Städte Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Xanten halten jeweils 2,74 Prozent.

Nun möchte auch die Gemeinde Alpen mit 2,74 Prozent bei der Grafschaft Moers einsteigen, um in Zukunft bei Wohnbauprojekten im eigenen Ort stärker Akzente setzen zu können. Den entsprechenden Geschäftsanteil würde der Kreis Wesel aus seinem Portfolio zum Preis von 247.400 Euro „abzwacken“. Dazu stehen die Signale im Kreistag auf „grün“. Und wenn Interesse aus weiteren Rathäusern bekundet würde? „Wir würden das wohlwollend prüfen“, beschreibt Frank Berger, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und Aufsichtsratsvorsitzender der Grafschaft Moers.