„Niederrheiner“: Neuer Zug ist jetzt bereit zur Probefahrt auf der RB 31

28.05.2026

Im „Niederrheiner“ können die Passagiere mit etwas Glück schon jetzt die angenehme  Zukunft des Bahnfahrens erleben: Auf der RB 31 zwischen Xanten und Duisburg sind in den kommenden  Monaten Testfahrten mit den nagelneuen batterie-elektrischen Fahrzeugen geplant, die voraussichtlich ab Dezember 2027 schrittweise die heutigen Diesel-Triebwagen ablösen werden. Ebenso wie beim RE10 auf der zweiten Niederrhein-Strecke von Düsseldorf über Krefeld nach Kleve.

Das gerade fertiggestellte erste Exemplar des neuen Zug-Typs wurde jetzt bei der Niederrhein-Konferenz des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr in Neuss erstmals vorgestellt. Frank Berger, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, Mitglied im Verwaltungsrat des VRR und dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Udo Bovenkerk als sein Stellvertreter an der Spitze der Christdemokraten im Kreistag und ebenfalls Mitglied der CDU-Fraktion im VRR gehörten zu den Gästen, die bei einer exklusiven Besichtigung einen Einblick in die neue Fahrzeuggeneration erhielten. Schon seit Jahren engagiert sich die Union im Weseler Kreistag nachdrücklich für eine Verbesserung des Personenverkehrs auf den Niederrhein-Linien. Berger: „Wir sind nun sehr froh, dass durch die Infrastrukturmaßnahmen die Durststrecke enden wird. Zudem wird es Ende 2027 einen Betreiberwechsel geben.“

Die vom spanischen Hersteller CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A.) entwickelten neuen Züge fahren lokal emissionsfrei und können dank eines integrierten Energiespeichersystems auch auf nicht elektrifizierten Strecken ohne Oberleitung unterwegs sein. Damit ersetzen sie zukünftig die heute eingesetzten Dieseltriebzüge und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren öffentlichen Mobilität in der Region.

Für Fahrgäste bringen die neuen Fahrzeuge konkrete Verbesserungen: Sie bieten je nach Ausführung bis zu 160 Sitzplätze und damit deutlich mehr Kapazitäten als die heutigen SPNV-Fahrzeuge, sind barrierefrei zugänglich und verfügen über moderne Fahrgastbereiche mit leistungsfähiger Klimatisierung. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometern sind sie zudem auf einen stabilen und zuverlässigen Betrieb ausgelegt. Die neuen Züge werden künftig im Niederrhein-Münsterland-Netz verkehren und dort die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs deutlich weiterentwickeln.

„Es handelt sich um das bundesweit größte Beschaffungsprojekt von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Mit den neuen batterieelektrischen Zügen bringen wir zukünftig eine moderne, klimafreundliche Mobilität direkt zu den Menschen am Niederrhein und im Münsterland. Wir ersetzen Diesel durch leise, emissionsfreie Antriebe und erhöhen gleichzeitig Komfort und Kapazität. Das ist ein spürbarer Fortschritt für unsere Fahrgäste – und ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende in der Region“, sagte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR.

Erst aber müssen die Fahrgäste der RB 31 noch eine Geduldsprobe bestehen. Denn nicht nur in neue Züge, sondern auch in die Zukunft der Strecke an sich wird kräftig investiert: Nachdem schon seit Monaten die Digitalisierung der Signaltechnik erfolgreich vorangetrieben wurde, benötige die Bahn – so die DB - „Sperrpausen“, um die Maßnahmen vollständig und sicher durchführen zu können. Also Zeiten, in denen auf den Strecken keine Züge unterwegs sind. Auf der RB 31 fahren deshalb von Freitag, 26. Juni, 21 Uhr, bis Montag, 30. November,  Busse zwischen Moers und Xanten, als Ersatz für die Züge der Regionalbahn 31.

Wie die Deutsche Bahn erklärte, soll in dieser Zeit das Gleis zwischen Xanten und Rheinberg auf einer Länge von insgesamt 6500 Metern erneuert werden. Dabei würden mehr als 12.000 Schwellen und über 28.000 Tonnen Schotter ausgetauscht. Zusätzlich würden insgesamt zwölf Weichen erneuert. Die Strecke werde außerdem zwischen Xanten und Rheinberg mit einem modernen Stellwerk sowie mit neuer Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet.

Weiter erläuterte die Deutsche Bahn, dass sie zwischen Juni und November 60 von insgesamt 95 neuen Signalen aufstellen werde. Außerdem würden mehr als 60 Kilometer neue Kabel gezogen und knapp 27 Kilometer Kabelkanäle. Zwölf Bahnübergänge und mehr als 60 Weichen würden technisch an die neue Leit- und Sicherungstechnik angepasst. Insgesamt investiere sie rund 120 Millionen Euro in die Technik, so die Deutsche Bahn. Auch der Bahnhof  Rheinberg-Millingen werde modernisiert, dafür investiere der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) insgesamt rund sechs Millionen Euro.