BergerGeschichte wiederholt sich nicht? Von wegen: Der Leitsatz vieler Historiker wird im Kreis Wesel widerlegt – weil dort nicht alle aus Fehlern lernen. Landrat Dr. Ansgar Müller beispielsweise. Der Sozialdemokrat hat gerade den Kreistagsbeschluss, den Umlagehebesatz für 2016 unverändert bei 41,8 Prozentpunkten zu belassen, beanstandet. Im gleichen Stil hatte Dr. Müller auch schon im vergangenen Jahr den Haushaltsbeschluss des Kreistages kritisiert und damit eine veritable Bauchlandung hingelegt: Die Bezirksregierung Düsseldorf als Aufsichtsbehörde folgte den Gedanken des Weseler Landrates nicht, sondern genehmigte 2015 den Haushaltsplan, den die politische Mehrheit des Kreistags aus CDU, Grünen sowie FDP/ VWG gegen die Stimmen der SPD verabschiedet hatte. Mehr noch: Regierungspräsidentin Lütkes bestärkte die Dreier-Kooperation in der Genehmigung des Kreis-Etats sogar noch in ihrem Kurs der Konsolidierung der Kreis-Finanzen. In einem Weg, den bei den folgenden Beratungen des Haushaltsplans 2016 „leider weder der Landrat noch seine Genossen in der SPD-Fraktion mitgehen wollten", bedauert nun Frank Berger als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Statt sich konstruktiv in die Überlegungen einzubringen, wo der Kreis sinnvoll und möglichst schonend Ausgaben zurückführen kann und dabei gewachsene Strukturen zu erhalten, habe sich die politische Minderheit im Kreistag verweigert. Mehr noch: Aus der langen Abhandlung, mit der Dr. Müller gerade erklärt, warum er den aktuellen Haushaltsbeschluss 2016 beanstandet, zeige sich seine grundsätzliche Verweigerung, auch andere Sichtweisen zu akzeptieren: „Der Landrat kennt nur einen Weg – den, den er vorgibt. Dabei hat er doch auch bisher schon nicht zum Ziel geführt sondern würde den Menschen im Kreis durch eine steigende Kreisumlage Mehrausgaben in Millionenhöhe zumuten", so die nüchterne Bilanz, die Frank Berger zieht.

Wir haben es geschafft! Wir – das sind die gut 460.000 Menschen im Kreis Wesel. Uns allen blie­ben Mehrausgaben in Millionenhöhe erspart. Dank der CDU an der Spitze der politischen Mehrheit im Kreistag. Frank Berger, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten: „Als Dreier-Kooperation haben wir am 17. März den Haushaltsplan 2016 mit einer unveränderten Kreisumlage von 41,8 Prozentpunkten verabschiedet und damit all jene Lügen gestraft die gesagt haben, das sei unmög­lich.“ Ganz im Interesse der Bürgerinnen und Bürger habe das Bündnis aus CDU, Grünen sowie FDP/VWG den Etatentwurf korrigiert, den die von Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) geführte Kreisverwaltung im Dezember vorgelegt hatte – mit einer Anhebung des Hebesatzes auf 43,1 Pro­zent.

Was sich nach einer staubtrockenen, blutleeren Kennziffer aus der Finanzmathematik anhört, hätte für die Menschen im Kreis Wesel ganz handfeste Konsequenzen gehabt. Selbst eine Anhebung von 0,1 Prozentpunkten hätte eine Mehrbelastung von 600.000 Euro bedeutet. Geld, für das der Kreis die 13 Städte und Gemeinden zur Kasse gebeten hätte. Unter dem Strich wollte der Landrat den Bürgerinnen und Bürgern dort also zusätzlich fast 7,8 Millionen Euro aufbürden. Dabei gehen die Kommunen finanziell doch längst am Stock. Frank Berger zu den drohenden Folgen: „Wenn die Finanzwünsche des Kreises an die Städte und Gemeinden durchgereicht worden wären, hätten die ihre Leistungen für die Einwohnerinnen und Einwohner kürzen müssen.“ Konkrete Bei­spiele: Der Betrieb von Freibädern wäre in Frage gestellt gewesen, die Öffnung von Büchereien; Grundsteuer und Gewerbesteuer hätte steigen müssen, um die Wünsche des Kreises zu finanzie­ren. Berger: „Das wollten wir so weit wie irgend möglich verhindern.“ Genau das war auch der Wunsch der Kommunen: Die Resolution der Bürgermeister für einen unveränderten Hebesatz war ein eindringlicher Hilferuf, so der CDU-Fraktionsvorsitzende: „Wir haben ihn gehört und im Inte­resse der Menschen im Kreis gehandelt.“

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Seit Monaten kämpft die CDU an der Spitze der politischen Mehrheit im Kreistag für eine unveränderte Kreisumlage als Basis einer soliden, zukunftssicheren Finanzpolitik. Für den Haushaltsplan, der am Donnerstag (17. März) im Kreishaus verabschiedet wird, wurden deshalb mit Augenmaß Sparschritte definiert – eine Vielzahl gut durchdachter Einzelentscheidungen. Gleichwohl gab es von den Betroffenen bisweilen harsche, oft genug polemische Kritik.

Nun kommt Unterstützung aus dem ganzen Kreis, von höchster Stelle und über Parteigrenzen hinweg: Acht Bürgermeister waren trotz prall gefüllter Terminkalender gemeinsam nach Wesel gekommen und bezogen im Kreisausschuss auch für weitere drei Amtskollegen in einer dramatischen Situation klar Stellung. Ihre Argumente, auf einen Nenner gebracht: Wenn die Städte und Gemeinden im Kreis ihre Handlungsfähigkeit behalten beziehungsweise zurückgewinnen wollen, darf es keine weiteren finanziellen Belastungen geben. Und genau dieses Ziel hat auch die Kooperation mit der Forderung, die Kreisumlage stabil zu halten. Der Etatentwurf, den die von Landrat Dr. Ansgar Müller (SPD) geführte Verwaltung am 11. Dezember 2015 einbrachte, würde die Kreisumlage dagegen kräftig steigen lassen und nach Müllers Konzept bei einem Hebesatz von 43,1 Prozent liegen. Zurzeit beträgt er 41,8 Prozent. Dazu muss man wissen: Jede Anhebung um 0,1 Prozentpunkte würde zu einer Mehrbelastung von 600.000 Euro führen, die die Kommunen an den Kreis überweisen müssten. Unter dem Strich wollte der Landrat den Menschen im Kreis also zusätzlich 7,8 Millionen Euro aufbürden.

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